08.09.03 - S7-Konkurrenz: SPEED7-CPU
Die Firma VIPA stellt mit dem Speed7-Baustein einen Chip vor, der nicht nur die vollständige Funktionalitat der S7-Steuerungen von Siemens abdecken, sondern zudem das Original in den Leistungsdaten um Längen schlagen soll.

Die Speed7-CPU: Rechts Im Bild die CPU auf dem Highspeed-Parallelbus mit den entsprechenden schnellen Modulen auf der linken Seite.
Auf 3,5 Millionen Euro schätzen Insider die Entwicklingskosten, die in den neuen ASIC "Speed7" stecken. Vier Jahre rangen die Chip-Entwickler des Vipa-Tochteruntemehmens Profichip darum, dem Baustein die Eigenschaften der Siemens-Steuerungen S7 so identisch wie möglich einzuflößen.
Nun, Anfang September stellt Firmenchef Wolfgang Seel "das schnellste Automatisierungsgerät seiner Art vor, in Step7 von Siemens programmierbar und auf den Befehlsvorrat der S7-300 oder S7-400 von Siemens einstellbar" Seel weiter: "Wir haben in der Testphase 130 Siemens-Applikationen unserer Kunden auf der neuen CPU ablaufen lassen - ohne Kompabilitätsprobleme".
Bei der Erst-Vorstellung führt Seel vor allem zwei Argumente für seine neuen Produkte ins Feld: Die CPU mit Speed7-Technologie sei zum einen schneller als die Siemens-CPUs und zum anderen komme dem Kunden entgegen, dass sie bei den darauf basierenden Vipa-Steuerungen den Speicher auch nachträglich den stetig steigenden Speicherkapazitäten anpassen können (von 64 Kbyte auf bis zu 4 Mbyte) - "damit reduziert sich die Anzahl der benötigten CPU-Typen, die der Kunde in allen Applikationen vorhalten muss, auf eine."
Die CPU mit Speed7-Technologie ist laut Vipa die erste SPS, die für einen weiten Speicherbereich über eine MCC (Memory Configuration Card) konfigurierbar ist. Dabei beinhaltet diese neben der Skalierung des Speichers nach wie vor die Funktionen der bisherigen Vipa-MMC wie beispielsweise externer Datenspeicher für Sourcen und Programme oder Firmware-Updates.
Als integrierte Feldbus-Schnittstelle in der CPU stehen ein Profibus-DP- oder ein CANopen-Master zur Verfügung. Weiter ist die Vipa MP2l-Schnittstelle mit 12 Mbit/s enthalten, die außer der Standard-MPI-Kommunikation zum Programmiergerät auch eine PtP-Verbindung über Green Cable erlaubt.
Zusätzlich verfügen die Speed7-CPUs über eine integrierte Ethernet-Schnittstelle, die für die Programmierung über das Netzwerk zur Verfügung steht.
Die Peripherie kann auf zwei Arten angeschlossen werden: Wie gewohnt seriell auf der rechten Seite über den S7-300 Standard-Rückwandbus, an der alle S7-300-I/O-Komponenten sowie teilweise Kommunikationsprozessoren und Funktionsmodule wie Zähler zu betreiben sind. Oder über den parallelen Anschluss per Vipa-Highspeed-Parallelbus (zunächst nur das Gerät CPU317S) auf der linken Seite der CPU, der dem Anwender die Möglichkeit bietet, spezielle schnelle Peripheriebaugruppen zu betreiben. Der Anwender muss dabei seine bestehende Applikation nicht redesignen. Vipa stellt für den Highspeed-Parallelbus digitale Eingänge, analoge Eingänge, Profibus-DP- sowie Interbus-Master zur Verfügung.

